Soll die doch der Golem schubsen

Um das schmerzliche Leben im Falschen zu ertragen betäubt sich der Mensch regelmäßig mit Kulturwaren. Als Wochenendbildungsbürger verzichten auch wir Sonntags auf Glotze, Netz und Zeitung und gingen jüngst in eine Fotoausstellung mit Bildern aus vierzig Jahren DDR. (Wer gähnt denn da?)
Viele beeindruckende Fotos. Mein Favorit war ein nackter verlebter Mann, der auf einem von Schnapsflaschen umrahmten Kastenbett saß. Tolles Bild mit wuchtiger Wirkung! Das Gegenteil eines Antidepressivums. Und es waren auch noch andere Menschen in der Ausstellung. Ein Umstand den ich oft bedaure. Wenn die wenigstens schweigen würden. Aber nein, die Schnuten wackeln ohne Unterlass und es peitschen einem Gesprächsfetzen wie diese um die Ohren:
„…und …ähh… da waren wir mal in Jerusalem und die orthodoxen Juden da wollten sich partout nicht fotografieren lassen. Da haben meine Freundin und ich uns einen Trick ausgedacht. Ich hab mich immer vor die hingestellt und dann haben wir so getan als wenn sie mich fotografieren tut und dabei…“
Ich wünsche mir, dass diese Frau auf ihren verblödenden Reisen bei einem ihrer hinterhältigen „Tricks“ von einem Tiger angefallen oder von einem Golem geschubst wird. Oder wie man auch immer so einem Menschen die Grundregeln des sanften Tourismus hiner die Ohren massiert.

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