Archiv für Juli 2011

Die Geschichte vom Wurst-Horst

Letztens an einem Imbiss am Cospudener See. Mit wuchtiger Mißlaune nimmt eine Langhaarige
unsere Bestellung entgegen. Zweimal Pomm Fritz! Auf ihrem T-Shirt steht „Wursthorst“ und als sie sich umdreht und die Friteuse befüllt dürfen wir auch den Rückenaufdruck bestaunen: „Brot für die Welt, doch die Wurst bleibt hier!“ steht da.
Soviel Zynismus um die Daseinsberechtigung einer Wurst und den Unwillen zum Expandieren zu unterstreichen finde ich doch etwas unangebracht, denke ich betroffen, während ich den Ketchupspender bediene. Und augenblicklich stelle ich mir diesen Wursthorst vor; als speckig grinsenden ICH-AG-ler mit Übergewicht, aufgezogen mit Wurstwasser und Wienern, keinen zum Spielen gehabt, nur seine Würste-nicht als Würste, die er statt Schulproviant von seiner Mutter täglich auf den Weg mitbekam. Iiiiiiihhhhhh…..Seht nur da kommt der stinkende Wursthorst, riefen die Kinder allmorgendlich auf dem Schulhof im Chor. Die Mädchen an der Gummihoppse quäken springend ihren schneidenden Schmähgesang:

„1,2,3
Wursthorst kommt vorbei
4,5,6
hat an der Wurst geleckt
7,8,9
keiner tut sich freun!

Euch zeig ichs, ja der ganzen Welt zeig ich´s, dachte Wursthorst mit Tränen in den Augen, während Tritte seinen Ranzen malträtierten, die gleichzeitig seine Geschäftsidee durch den Geburtskanal an das Tageslicht der Welt kickten.
Und jetzt hat er es geschafft. Die, die ihn früher hänselten, müssen seine Shirts tragen und in seinen Imbissbuden schuften- diese Wendeverlierer. Er dagegen hat es geschafft, is nicht untergegangen, weil er früh gelernt hat, sich durchzubeißen. Die anderen beißen jetzt nur in den sauren Apple, er dagegen weiter in die geliebte Wurst. Und die bleibt hier!

Was bis­her ge­schah:

Unser „Held“ ver­lässt die Gren­zen, die ihm das Job­cen­ter sei­ner Hei­mat­stadt zu­ge­steht um auf einem Se­gel­schiff auf der Ost­see ein Schwarz­ar­beits­ver­hält­nis als Saft­schub­se ein­zu­ge­hen. Voll schwar­zem Ar­beits­ei­fer reist er an die See und geht an Bord, doch da taucht seine Arbeitsvermittlerin vom zuständigen Jobcenter auf. Au weia! Das riecht nach Ärger. Noch hat sie ihn nicht entdeckt, doch die Kacke dampft schon wie eine verdammter Vulkan. Nun heißt es: angemessen reagieren und nicht den Kopf verlieren…

„Wie du musst sofort vom Schiff? Du weißt doch, dass ich dich hier brauche!“ sagte Hörbie und lässt die Arme sinken.
In den dunkelsten Farben entwarf ich, was mir droht, wenn mich meine Arbeitsvermittlerin hier entdecken würde:
„Soso! Da hilft wohl nur noch eins!“ sagte Hörbie nach Momenten des Schweigens und Bartkraulens. Erwartungsvoll heftete ich mich an seine Lippen.
„Ja, da hilft nur noch eins.“ wiederholte er bedächtig und schraubte sich ächzend aus dem Rattansessel, um sich langsam in Bewegung zu setzen.
Behäbig schlurfte er zu der kleine Kommode, die Backbord unter einem stumpfen Bullauge stand und machte sich schwer atmend an dem Strick, der provisorisch das Möbelstück verschloss, zu schaffen.
Knarrend öffnete er die Kommode. Hörbie ließ es sich nicht nehmen, nochmal zu sagen: „Da hilft nur eins … „
um dann eine Truhe, die bestimmt schon so alt war, wie die gute „Albertha“ selbst, aus der Kommode zu heben. Sie war feinst beschlagen und kunstvoll verziert, aber vom Zahn der Zeit erheblich benagt.
„…die Zauberkiste“ raunte er
„Alles klar“ sagte ich und kam mir irgendwie nicht ernstgenommen vor.
„Warts nur ab“ erwiderte Hörbie, der sich schon mit einem rostigen Schlüssel, am ebenso rostigen Schloss zu schaffen machte.
„Oh ja, ich bin schon ganz gespannt“ erwiderte ich. Klack! In Das Schloß sprang auf und Hörbie hob behutsam den Deckel, der verheißungsvoll knarrte. Dann packte er den Inhalt aus: eine Glocke, einen alten Trafo, Tischtennisbälle, Federschmuck und eine schwarze Langhaarperücke, die er triumphierend emporreckte. Ich ahnte was er vorhatte.
„Komm mal her“ rief er und machte Anstalten mir das verfusselte Ding über die Rübe zu stülpen.
„Whowhowhowho…Immer ruhig mit den jungen Pferden“ rief ich mit einer abwehrenden Geste und nahm ihm den Skalp aus der Hand. Mit spitzen Fingern inspizierte ich die Innenseite des ranzigen Stücks, während Hörbie das Ding in einer nicht enden wollenden Hymne pries, als hätte es der Herrgott persönlich auf die Erde geschickt.
Es sei eine feinst gefertigte Diamond Echthaar-Perücke, dafür löhnt man bei Karstadt bestimmt tausend Ocken. Wenn das mal reicht. Da steht zwar „Made in Germany“, aber die Haare sind von Spendern aus Indien und was das heißt, wisse ich ja. Die Haare der Inder sind nicht mit chemischer Kosmetik versaut, deswegen sehen die auch so natürlich gesund aus. So salbaderte er wie aufgezogen daher.
„Spenderhaare aus Indien? “ hakte ich nach.
„Ja, da gibt’s in Indien so Stellen. Da gehen die Inder hin und lassen für Geld die Haare, die dann nach Deutschland verfrachtet werden. Da haben alle was davon.“
„Klingt trotzdem etwas dubios!“ gab ich zu bedenken und argumenierte mit Halbwissen über die Organmafia und Sachzwängen, die sich aus dem Ost-West-Gefälle ergeben würden.
„Quatsch! Haare sind doch keine Organe! Das sind nachwachsende Rohstoffe, wenn man so will“ schnaubte Hörbie.
Das war ein Argument, dass ich nicht zu entkräften wusste. Und ganz unrecht hatte er auch nicht, was das Nachwachsen betraf.

„Hm, aber so frisch sieht die aber auch nicht mehr aus“ sagte ich. In der Tat war das Teil in meinen sitzen Fingern so vollgefedert, als hätte ein Saison lang eine Elster darin genistet. An die ganzen nicht sichtbaren Organismen wagte ich garnicht zu denken.
„Wir waschen und fönen die, dann sieht die aus wie neu!“ sagte Hörbie väterlich und nahm mir das Inderhaar aus der Hand.
Ein letzetes Mal bemühte ich noch einen schwachen Einwand: „Hast du denn überhaupt einen Fön…hier an Bord“?
„Logo Alter“ rief er, griff in die Zauberkiste und hielt einen Augenblick später einen verchromten Fön in der Hand. Mein Schicksal ließ sich wohl nicht mehr abwenden.

*

„Sieht doch garnicht so schlecht aus!“ Hörbies Seebärentatze krachte mir auf den Rücken. Wir standen beide vor dem fleckigen Spiegel in der Kapitänsschlafkoje und schauten mich an. Die alte Perücke hatte nach einer Waschung, einer Kur und einer Spülung den Glanz früher Tage wieder erlangt und jetzt, nachdem der Hörbie sie mir über meine spärlich bewachsende Kopfhaut gestülpt hatte, eine Ewigkeit an an mir rangierte wie an einem Feiertagsgesteck, sah die Mähne wirklich garnicht so schlecht aus.
„Warte mal, ich hab noch was“ rief Hörbie und eilte davon.
„Jaja“ rief ich nur halb anwesend.
Ohne mich im Spiegelbild aus den Augen zu verlieren, befühlte ich das seidige Haar, strich durch es hindurch , wickelte es um meine Finger und roch daran.
Unglaublich, wie mein Haar jetzt glänzte, ja fast leuchtete. Huch, habe ich gerade mein Haar gesagt? Ertappt kichernd blickte ich mich um und bekam ganz glühende Wangen.
Dann der Stresstest. Ich schüttelte die Mähne wie es Raubkatzen tun. Perfekter Halt! Sie verrutschte nicht und blieb fest in der zugewiesenen Position. Ich schüttelte noch einige Male und steigerte die Intensität stetig. Ich hätte mich noch zu stärkeren Bewegungen hinauf geschwungen und auch noch gefaucht, wäre nicht plötzlich ein grinsender Hörbie im Spiegelbild aufgetaucht. Ich zuckte zusammen und stotterte errötend mit dünner Stimme:
„Mu…mu…musst du mich so erschrecken?“
„Du und deine neuen Haare haben sich schon angefreundet wie ich sehe. Hier hast du noch was.“
Er überreichte mir ein verwaschenes Bascap mit der Aufschrift „Wacken“ und eine schwarze Übergangsjacke, auf deren Rücken ein Leopard prangte. In peinvoller Starre und leise Dankesworte murmelnd, nahm ich die Gaben an.
„Wir sehen uns in 5 Minuten bei der Einweisung. Rasier dich noch und lass am besten einen Schnautzer stehen. Dann bist du bestens getarnt“ Er haute mir auf den Hintern, dass es klatschte und trollte sich.
Ich rasierte mich bis auf dem Bereich zwischen Nase und Oberlippe, band mir einen Pferdeschwanz, den ich hinten durch das Cap fädelte, zog die Jacke an und blickte in den Spiegel.
Ich war wie neu.

Erst wenn du dir die Haare schneidest, du Bombenleger!!!

Man nennt mich auch Malayenbär! Warum, rufen die Menschen in Brandenburg? Why, die in Amerika und Hä? in Sachsens Metropolen. Nun, weil meine Fußnägel gaaaaaanz lang sind wie beim Malayenbär! Tickticktick machen seine Krallen, wenn der wuschlige Gefährte vom Hospitalismus getrieben über die Fliesen seines Käfigs tapst und voll Heimweh den Zottelkopf schüttelt.
Ich gehe nachher in die Schwimmhalle! Ich sage jetzt schon: Seht euch vor! Mit meinen messerscharfen Krallen ist nicht zu spaßen! Haltet Abstand, wenn ihr mit mir die Bahn teilen wollt. Denn ich möchte euch nicht die Flanke aufreißen, wenn wir aneinander vorbeischwimmen! Denn wenn sich das Wasser blutrot verfärbt, kommen zwar keine Haie, aber der Badespaß ist dann erstmal vorbei.
Ich hab auch schon alle Socken durchstoßen mit meinen Krallen und trage die Schuhe schon zwei Nummern größer! Warum schneideste dir die nich mal kurz, fragt da so ein Heini. Erst wenn du dir die Haare schneidest, du Bombenleger, antworte ich und halte ihm drohend den großen Zehnagel an den Hals.
Ich bin cool wie Crocodile Dundee: „Das soll ein Messer sein??? Das ist ein Messer!!!“ Vielleicht sollte ich mich ja auch Croco Rakete nennen oder Yacki Messer, falls ich jemanden aus Versehen aufschlitze und ne neue Identität brauche. Na, ich hab ja Zeit zum überlegen beim Schwimmen nachher.

„Unterm Strand liegt auch nur Sand“ Teil Zwo

Was bisher geschah:

Unser „Held“ verlässt die Grenzen, die ihm das Jobcenter seiner Heimatstadt zugesteht um auf einem Segelschiff auf der Ostsee ein Schwarzarbeitsverhältnis als Saftschubse einzugehen. Voll schwarzem Arbeitseifer reist er an die See und geht an Bord, ohne jedoch zu ahnen das ihm das Schicksal ein Strich durch die Rechnung machen wird…

An dem Morgen, an dem mich Käptn Hörbie und sein abgewetzter Maat Svensen in Wismar auf ihr Schiff luden, kündigte der Seewetterdienst Zweimeter Wellen an. Ich belächelte im Hafen die Zweimeter, aber jetzt, drei Stunden später, ging es nach anfänglichem Ausflugsdampfergeschuckel sehr heftig zu. Das Schiff blähte seine knatternden Segel auf und stieg und fiel in emsiger Arbeit an den nun riesig erscheinenden Wellen. Immer wieder brachen sich die Wellen krachend am Bug und setzten das Deck bis Achtern unter Wasser. Das war keine lustige Seefahrt, das war ein Kampf. Mensch gegen Natur! Wie seit Urzeiten.
Irgendwann bemerkte ich, dass es an Bord übermäßig nach Ausscheidungen jeglicher Art stank. Ich hielt mir den Rüssel zu.
„Das sind die Fäkalauffangbecken für die Toiletten. Wenn das Schiff durchgeschüttelt wird, dann entstehen so Gase und dann riechts halt ein bischen“ erklärte Hörbie fachmänisch, der wie mit dem Achtern verschmolzen am Steuerrad stand.
Ich vergrub pikiert mein Gesicht im Kragen meiner Jacke, doch die Frühstückseier machten schon Anstalten eine Reise nach oben anzutreten. Flau wurde mir, Schwindel packte mich und meine Beine wurden weich wie heißes Wachs. Mit letzter Kraft schwankte ich zur Luke und kroch unter Deck.

Die nächsten Stunden lag ich zitternd auf einer der Sitzbank im Gemeinschaftsraum des Schiffes und hegte fiebernd Zweifel an meinem eingeschlagenen Weg.
Soll das jetzt noch die ganzen nächsten zwei Wochen so weiter gehen? Wie soll ich das denn aushalten? Ich starrte apathisch und leise brabbelnd an die hölzerne Deckentäfelung und nickte irgendwann ein bis ich durch das Gekrähe von Svensen geweckt, der mich darüber informierte, dass wir jetzt gleich anlegen würden. Auf wackligen Beinen machte ich mich an Deck, die Segel waren schon eingeholt und die Albertha tuckerte gemächlich die Trave entlang, vorbei an der vor Schnuckligkeit triefenden Altstadt der Ostseeperle Travemünde.

Kaum war die „Albertha“ festgemacht, ging ich an Land. Meine butterweichen Beine trugen mich auf festem Boden bis zur Promenade und in die nächste Apotheke. Dort erwarb ich eine Großpackung Reisetabletten gegen Übelkeit mit der ich die nächsten Tage über die Runden zu kommen gedachte.
Den Rat der Apothekerin, erstmal eine zu nehmen und nicht länger als zwei Tage schlug ich in den rauhen Ostseewind. Noch vor der Apotheke würgte ich mir drei von diesen riesigen Kapseln hinter.
Ich schlenderte ein bischen durch Travemünde bis ich wegen der ganzen Gemütlichkeit, die sich mir an jeder Ecke aufdrängte, in noch depressivere Verstimmung geriet und trollte mich wieder zum Anlegeplatz.
Von weitem konnte ich schon einen großen weißen Mercedes Sprinter sehen, aus dem Leute Koffer und Reisetaschen holten und aufs Schiff trugen. Aha, das sind wohl die Gäste. Die Reisegruppe von Chorleuten, die ich die nächsten Tage bewirten soll. Ich ging langsamer und checkte den quirligen Menschenhaufen. Eine Frau in einem roten Parka zog gerade einen Rollkoffer vom Auto zum Schiff hinter sich her. Auf halbem Wege fiel er um, und als sie sich anschickte den Koffer wieder aufzurichten sah ich ihr Gesicht. Spitzmaus mit Bubikopf. Ein von Stress in muffigen Amtsstuben gemaltes Antlitz. Potzblitz!! Da schlag mir doch das Gewitter drein!!! Die kenne ich doch!
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Die Frau war keine geringere als Frau Alprecht vom Jobcenter, die meine Arbeitsvermittlerin war. Eindeutig! Ich floh instinktiv in die entgegengesetzte Richtung.
Die Albrecht! Was macht die denn hier, was soll das? Fragen jagten mich und quälten meine arme Seele. Halb lief ich, halb taumelte ich wie gehetztes Tier. Noch ein paar Meter, dann versteckte ich mich hinter einem Werbeschild.
Ich drehte hastig eine Zigarette, steckte sie mir an und beobachtete unser Schiff. Leider war ich zu weit weg, denn Frau Alprecht war nur noch als roter Punkt zu erkennen, der bald zusammen mit den anderen Punkten im Rumpf der Albertha verschwand.
Ich starrte weiter auf das Schiff, während ich fipsig die Selbstgedrehte paffte und meine Gedanken zu ordnen versuchte. Zwei vorbeiwackelnde Omas in weißen Handtaschen sahen mich mißtrauisch von oben bis unten an. Ja, es ist ein Rentnerdistrikt hier. Meine noch unschlaffe Haut marginalisierte mich als Minderheit auf diesem Fleckchen Erde. Zeit sich zu verdrücken.
Ich wartete noch ein bischen, schlenderte unauffällig zum Schiff, vergewisserte mich, dass niemand an Deck war, sprang aufs Schiff und stürmte in die Kapitänskajüte.

Das Verschaffen von Dingen

Dreimal umziehen ist wie einmal abbrennen, plappert der Volksmund gern, aber ich glaube, dass dies mit einem richtigen Verbrennen von Hab und Gut nicht vergleichbar ist. Wenn alle meine Papiere: Pass, Arbeitszeugnisse, Bildungsnachweise und der ganze Kack sich in Rauch auflösen würden, wäre ich nicht nur ziemlich aufgeschmissen, sondern von Amtswegen auch gar nicht richtig da. Denn alles was nicht offiziell abgestempelt ist erstmal fraglich. Sie sind sind Herr R.? DER Herr R.? Da können sie mir ja viel erzählen? Hochschulabschluss? Zeigen sie mal den Wisch! Da ist nich viel zu machen ohne Abgeheftetes!
Das Bewusstsein der Behörden bestimmt eben nun mal das eigene angesengte Sein. Huch, hab ich jetzt gerade Philosophiegeschichte geschrieben?
Umziehen ist kein Abbrennen, sondern ein Verschaffen von Dingen! Darauf möchte ich den Vorgang auch reduziert wissen. Ansonsten geht es wie immer im Leben um Gefühle (bitte gedehnt aussprechen!) und die sehen so aus, dass sich der Selbstschlepper danach wie eine abgegriffene Avocado im Freitag abendlichen Supermarkt fühlt- die wohl am heftigsten gedrückte Gastfrucht des Abendlandes.
Der eigene Umzug findet meist zu einer Zeit statt, wo der Großteil des Freundes- und Bekanntenkreises schrecklich viel zu tun hat, während sie sich zur Einweihungsfeiern alle noch ein Zeitfenster rausboxen können um einem das frisch bezogene quartier schmutzig zu trampeln. Zeitfenster! Wer hat dieses Blenderwort eigentlich erfunden? Bill Gates?
Das wohl häufigste Wort bei Umzügen ist: Geht’s? Da rackern sich zwei an einem Eichenschrank ab, das scharfkantige Holz bohrt sich in die Handinnenflächen, Splitter stecken in zarter Haut, es ächzt und stöhnt wie beim Pyramidenbau und da kommt eine leichtfüßige, am besten nur mit einem Papierlampenschirm beladene, Person daher und fragt: Geht’s?
Das macht die Sache nicht leichter und wenn dann die Schranktüren aufgehen, weil das Gaffa reißt und eine Sammlung von Hühnergöttern die Stufen runterpurzelt, dann kann sich Frau oder Herr „Geht’s“ ja mal nützlich machen.
Absolutes Muss nach so einer Aktion ist der Satz: Da wisst ihr heute Abend was ihr getan habt! Finsterer kann man den abendländischen Wertekanon nicht zusammenfassen! Ackern bis die Schwarte knackt! Auf verregneter Scholle, das Gesicht zur Faust das Werkzeug schwingen: Das ist D.I.Y., ihr mit Nieten beschlagenen Freizeitpunks!




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